Ich lebe noch.


Wie beginnt man einen Blogbeitrag, wenn man seit so langer Zeit nichts mehr geschrieben hat?

Ich dachte an Dumbledores Frage an Snape: “After all this time?”

Ich dachte an Irene Adlers SMS an Sherlock: “I’m not dead. Let’s have dinner.”

Ich dachte auch an As Nachricht an die Liars: “I’m still here, bitches. And I know everything.”

Dann dachte ich, dass die ersten beiden Varianten ziemlich pathetisch wären, letztere eher gruselig und ich vielleicht zu viel Netflix schaue.

Aber wie fange ich denn nun an? Mit einer Entschuldigung? Mit einer Erklärung? Indem ich mich bedanke? Ich versuche es mit einer Mischung aus allem. Zunächst einmal vielen Dank euch allen. Danke, dass ihr den Blog nicht aufgegeben habt. Danke, dass ihr mir immer noch folgt. Danke, dass ihr hier immer noch lest. Danke, dass ihr so geduldig mit mir seid. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir die Blogstatistik angesehen habe. Es ist der Wahnsinn, wie oft mein Blog in den letzten Monaten aufgerufen wurde. Proportional zu den Aufrufen nahm aber auch mein schlechtes Gewissen zu: „Ich sollte mal wieder…“, „Ich müsste mal wieder…“, „Jetzt wird es aber wirklich mal Zeit…“

Was soll ich sagen? Es tut mir leid. Ich kam einfach nicht zum Bloggen. Zumal ich so eine „Ganz-oder-gar-nicht“-Mentalität habe. Wenn ich etwas tue, dann möchte ich es richtig machen. Beim Bloggen heißt das für mich: Wenn ich blogge, dann möchte ich es mit einer gewissen Regelmäßigkeit tun und dafür hatte ich im letzten Jahr leider einfach keine Zeit. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich in meinem Leben eine ganze Menge getan. Ich habe freiberuflich gearbeitet, wurde operiert, bin von meinem Studienort weggezogen, habe ein sehr interessantes und lehrreiches zweimonatiges Praktikum gemacht, angefangen eine weitere Fremdsprache zu lernen, mich um Stellen in meiner Traumbranche beworben und eine Zusage bekommen, bin noch ein zweites Mal umgezogen, um die Stelle antreten zu können und noch so einiges mehr. Das Jahr ist an mir vorbeigerauscht und doch habe ich viele prägende Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen, die ich sehr zu schätzen weiß und keinesfalls missen möchte.

Ich gehe davon aus, dass ich auch in Zukunft nicht so oft posten kann wie früher.

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2015 im Rückblick


Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Madison Square Garden in New York City hat Platz für 20.000 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 67.000 mal besucht. Das entspräche etwa 3 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Madison Square Garden.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

„QuickType und ich bin auch betroffen“ – Lyrik, oder auch nicht


Gestern veröffentlichte Clemens J. Setz, der Autor von u.a. Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes und Indigo, im Blog des Suhrkamp-Verlags einen Artikel über „Gedichte“, die mithilfe der QuickType-Technologie entstanden sind.

Sobald man auf seinem Smartphone ein Wort tippt, schlägt diese Technologie jeweils drei Worte vor, aus denen man wählen kann. Sowohl in Setz‘ Artikel als auch in dem Beitrag, auf den sich Setz bezieht, sieht man diese Vervollständigungsfunktion in Aktion. Ein Blick darauf dürfte für diejenigen interessant sein, die sich nicht ohnehin selbst auf ihrem Tablet oder Smartphone dieser Funktion bedienen. Ich selbst wäre zumindest sehr neugierig darauf, mir das anzusehen, wenn mein eigenes Handy das nicht könnte.

Schon vor einer ganzen Weile habe ich mir einen Spaß daraus gemacht, zuzusehen, wohin mich diese Spielerei führt, wenn ich, anstatt selbst zu tippen, immer nur eine Auswahl aus den drei vorgeschlagenen Worten treffe – vermutlich sehr zum Unmut des Empfängers jener Nachrichten. Ich gebe zu, ich habe meine Freude daran, diesen wunderbar unsinnigen Kauderwelsch entstehen zu lassen. In einer Sache ist mir Clemens J. Setz hier allerdings voraus: das Ergebnis als Poesie zu bezeichnen.

Wer Setz‘ Geschichten kennt, weiß, dass er ein Mann des Ungewöhnlichen, Bizarren und manchmal irgendwie auch leicht Verstörenden ist. Wenn ich jemandem zutraue, auf die Idee zu kommen, mit QuickType Lyrik zu schaffen, dann Clemens J. Setz. Überrascht bin ich nicht, auch wenn ich, um ehrlich zu sein, eine andere Auffassung von Poesie habe.

Falls ihr ein Gerät mit dieser Funktion besitzt, probiert es einfach mal aus. Falls das, wie Setz meint, in irgendeiner Form so etwas wie Lyrik ist, dann eine Art, die jeder in wenigen Sekunden ohne Aufwand auf seinem QuickType-fähigen Smartphone selbst erschaffen kann. Natürlich habe ich mich nach dem Lesen des Artikels selbst dazu hinreißen lassen:

Liebe

Liebe Freunde und Bekannte von mir aus der Welt.

Liebe Grüße und gute Nacht.

Liebe Frau Dr. Sommer und Winter in der Nähe des Flughafens.

Liebe und gute Nacht, mein Schatz.

Liebe Grüße, Claudia

Lyrik

Lyrik der Woche ist es nicht.

Lyrik und Prosa und dann noch die Möglichkeit zur Verfügung gestellt.

Lyrik, die ich nicht mehr so schlimm wie die anderen beiden sind.

Lyrik die ganze Zeit.

Lyrik der Arbeit mit dem Auto fahren und dann die gleiche Wirkung haben soll.

Lyrik und ich.

QuickType

QuickTpye und ich bin auch betroffen.

QuickType – die ganze Welt ist lieferbar.

QickType der Woche vom letzten Jahr auf folgenden Seiten.

QuickType , die ich dir nicht sagen kann.

QuickType und dann die ganze Zeit an dich gedacht.

Viel Spaß beim Schaffen eurer eigenen Unsinnsgedichte oder beim Nachdenken darüber, was eigentlich Lyrik ist.

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal,

Eure Michaela ❤